Wusstest du, dass es in den Bayerischen Alpen nur eine Handvoll klassischer Grattouren von diesem Format gibt? Mein Name ist Jens, und im Editorial Team von kletterinsel.de begleite ich dich zu den schönsten Kletterzielen. Für 2026 planst du vielleicht genau dieses einzigartige Bergerlebnis.
Die Tour folgt einem markanten Felsgrat, der wie ein Hahnenkamm aus dem Wald ragt. Sie verbindet mehrere Gipfel und Türme zu einer langgezogenen Kletterei. Dieses Abenteuer erfordert Schwindelfreiheit und alpine Erfahrung.
Diese spektakuläre Grattour bietet dir atemberaubende Blicke auf den Chiemsee und den Alpenhauptkamm. Die Gesamtzeit liegt bei etwa siebeneinhalb Stunden. Du bewältigst rund 300 Höhenmeter Kletterstrecke.
Durch die große Beliebtheit sind viele Passagen stark abgeklettert. Das hilft bei der Orientierung. Dennoch ist solide Vorbereitung das A und O für einen sicheren Tag am Berg.
Im folgenden Guide findest du alle wichtigen Details. Sie helfen dir, deine persönliche Überschreitung perfekt zu planen und vorzubereiten.
Vorbereitung und Routenplanung für dein Abenteuer
Die richtige Planung macht den Unterschied zwischen einem gelungenen Abenteuer und einem riskanten Unterfangen. Für deine persönliche Überschreitung sind zwei Dinge entscheidend: die passende Ausrüstung und die Wahl des richtigen Zeitpunkts.
Ausrüstung und Sicherheitsvorkehrungen
Dein Gepäck muss eine vollständige Alpinkletterausrüstung enthalten. Packe ein 50 Meter langes Einfachseil ein. Dieses ist für die vielen Geh- und Abseilpassagen besser geeignet als Doppelseile, da Reibung das größere Problem ist.
Nimm sechs Expressschlingen mit, davon zwei alpine. Ergänze das Set mit einem Klettersteiggrundsortiment, Bandschlingen, Keilen und einem Helm. Absolute Schwindelfreiheit ist Pflicht, da du dich in exponiertem, schmalem Gelände bewegst.
Standplätze und schwierige Stellen sind zwar mit Bohrhaken abgesichert. Der alpine Charakter bleibt aber erhalten. Zusätzliche Zwischensicherungen können sinnvoll sein.
Wetterbedingungen und beste Jahreszeit (Mai bis Oktober)
Die optimale Zeit für dein Vorhaben liegt zwischen Mai und Oktober. Bis ins Frühjahr hinein kann auf nordseitigen Passagen gefährlicher Altschnee liegen.
Warte auf stabiles Wetter. Bei Nässe werden einige Passagen, besonders am Hauptgipfel, rutschig und anspruchsvoller.
Der klassische Zustieg vom Parkplatz zur Steinlingalm hat 750 Höhenmeter. Er dauert etwa zwei Stunden. Plane sehr früh, um am Einstieg bei Sonnenaufgang zu sein.
Eine zeitsparende Alternative ist die Kampenwandbahn. Von der Bergstation erreichst du die Abzweigung zur Hütte in nur zehn Minuten. So sparst du dir den langen Aufstieg.
Deine Kampenwand Überschreitung 2026 – Schritt für Schritt
Die Orientierung am Einstieg gelingt dir mit diesen konkreten Wegbeschreibungen. Folge dieser Anleitung, um sicher zum Beginn der Kletterei zu gelangen.
Zustieg, Einstieg und alternative Routen
Dein Zustieg startet am Parkplatz Hinterschwendt/Aigen. Folge dem Weg zur Steinlingalm. Auf der Forststraße sind Abkürzungen möglich.
An der letzten Kehre biegst du nach Westen in Richtung der Bergstation ab. Beim Staffelstein siehst du ein großes Kreuz.
Hier nimmst du den unmarkierten Weg nach Süden. Lasse die Hütte rechts liegen. Folge dem Pfad nach Osten zum Einstieg.
Drei Hauptvarianten stehen zur Wahl:
| Route | Schwierigkeit | Charakter | Orientierungshilfe |
|---|---|---|---|
| Torweg | IV- | Klassisch & schön | Markanter Zaun, Felsentor |
| Westgrat | II-III | Einfacher, weniger spektakulär | Normalweg zum Westgipfel |
| Untere IV+ Route | IV+ | Anspruchsvoll, viele Bohrhaken | Riss links vom Torweg |
Der Torweg ist der klassische und beliebteste Torweg. Der Westgrat bietet eine technisch leichtere Alternative.
Vermeide den Einstieg in die schwierigen Sportkletterrouten in der Wand. Sie sind deutlich härter als die Grattour.
Von der Bergstation erreichst du die Abzweigung in zehn Minuten. So sparst du den langen Aufstieg zu Fuß.
Herausforderungen und Highlights auf dem Grat
Westgipfel, Gmelchturm und Teufelsturm bilden die Herzstücke dieser alpinen Kletterei. Jeder Abschnitt bietet eigene Charaktere und fordert spezifische Techniken.
Erlebnisreiche Etappen: Westgipfel, Gmelchturm, Teufelsturm
Nach vier Seillängen am Torweg erreichst du den Grat. Sichere Bergsteiger können den Westgipfel seilfrei überschreiten. Der Abstieg führt in Kehren über die Südseite zum Gmelchturm.
Am spektakulären Gmelchturm hast du zwei Optionen. Die direkte Kante von Westen (VI-) oder die einfachere Verschneidung auf der Nordseite (III+).
Vom Turm seilst du etwa 25 Meter nach Osten ab. Danach folgt der Teufelsturm, den du umgehen oder erklettern kannst.
Klettertechniken und praktische Tipps für unterschiedliche Schwierigkeitsgrade
An vielen Kletterstellen sind die Griffe stark abgeschliffen. Nutze Friction und setze deine Füße präzise. In der Verschneidung zum Hauptgipfel (IV+) hilft Stemmen.
Für die einfacheren Passagen (II-III) reicht oft Dreipunkt-Kontakt. Die Exposition ist aber groß. Vertraue deiner Schwindelfreiheit.
Seilmanagement und Notabstiegsstrategien
Effizientes Seilmanagement ist entscheidend. Lege das Seil vor jeder Abseilfahrt sorgfältig aus. Die längste Abseilstelle beträgt 25-35 Meter.
Ein wichtiger Notabstieg führt vom Hauptgipfel nach Norden durch eine sandige Rinne. Diese Option solltest du kennen. Weitere Details zur klassischen Grattour findest du beim Alpenverein.
Tipps zur sicheren Durchführung und Materialempfehlungen
Um den alpinen Charakter dieser Tour zu meistern, sind präzise Materialwahl und effiziente Techniken unerlässlich. Dein Gepäck sollte nicht nur vollständig, sondern auch gut durchdacht sein.
Richtige Seilauswahl und Abseiltechniken
Ein 50 Meter langes Einfachseil ist die klare Empfehlung für deine Überschreitung. Doppelseile verursachen bei den vielen Gehpassagen und Abseilfahrten unnötige Reibung und kosten Zeit.
Die längste Abseilstelle misst etwa 25 Meter. Ein 50 Meter Seil ist daher völlig ausreichend. Vor jeder Abseilfahrt legst du das Seil sorgfältig mit einer logischen Linie aus.
Nimm einige Bandschlingen und Keile mit. An einigen Kletterstellen mit langen Hakenabständen bieten sie zusätzliche Sicherheit.
Der Abstieg vom Hauptgipfel nach Osten führt durch die Schlechinger Scharte. Ein 5 Meter hoher Block (III) wird am besten an der nördlichen Kante geklettert.
Durch einen Felsspalt, der oft Altschnee hält, erreichst du den Normalweg. Hier ist fester Fuß wichtig. Über die Kaisersäle gelangst du zum Ostgipfel.
Der finale Abstieg auf markiertem Steig zur Steinlingalm ist dann entspannt. Bei Problemen bietet eine sandige Rinne nach Norden einen Notweg. Für eine umfassende Vorbereitung lohnt ein Blick auf den 3-Punkte-Plan für klimafreundliches Klettern.
Fazit
Mit der erfolgreichen Begehung dieses Klassikers eröffnest du dir die Welt der großen Gratüberschreitungen. Deine Tour führt vom Einstieg über den Hauptgipfel in Richtung Osten. Sie passiert die Türme Gmelchturm und Teufelsturm.
Die Schleching Scharte und die Kaisersäle leiten zum Ostgipfel auf 1669 Meter Höhe. Die Verschneidung am Hauptgipfel ist die Schlüsselstelle. Bei Nässe umgehst du sie über die Nordseite durch eine Rinne.
Das Gelände behält alpinen Charakter. Lange Hakenabstände fordern deine Konzentration. Ein Block an der nördlichen Kante erfordert festen Fuß auf dem Grat.
Der Abstieg auf markiertem Steig bringt Entspannung. Für 2026 planst du die umweltfreundliche Anreise mit der Bahn. Dieses Erlebnis weckt Lust auf weitere große Grattouren. Starte deine Vorbereitung jetzt.
FAQ
Welche Route wird bei einer Überschreitung begangen?
Wie anspruchsvoll ist die Kletterei am Grat?
Ist eine Seilschaft für die Durchführung notwendig?
Welche Ausrüstung muss ich mitbringen?
Wann ist die beste Zeit für dieses Abenteuer?
Wie gelangt man nach dem Hauptgipfel wieder zum Ausgangspunkt?
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